Csikós in der Csárda

Die Csárda von Hortobágy

1.2.2 Das Hortobágyer Wirtshaus

 

Einkehrhaus bei Debrecen: Die Csárda von Hortobágy

Einkehrhaus bei Debrecen: Die Csárda von Hortobágy

 

Hortobágyer Csárda

Hortobágyer Csárda

 

 

Hortobágyer Wirtin, Engelein,

Bringe schnell mir eine Flasche Wein!

Weit ist der Weg hierher von Debreczin,

Kein Wunder also, dass ich durstig bin.

(Alexander Petöfi)

 

 

Hortobágy-Puszta-Csárda-Neunbögige Brücke

Hortobágy-Puszta-Csárda-Neunbögige Brücke

 

Fern am Horizonte, umflimmert von heißer Sommerluft, taucht das Ziegeldach der Hortobágyer Csárda auf: Ziehbrunnengestänge, der Giebel einer massiven Scheune mit breitem Tore, Strohdächer von Schuppen, Getreidefeime, Akaziengrün, Brückenpfeiler vervollständigen nach und nach das verlockende Bild inmitten der weiten Steppe. Über das Wasser führt eine breite, steinerne Brücke mit neun hohen Bogen und starken Pfeilern.

 

Bei der Hortobágyer Csárda

Bei der Hortobágyer Csárda

 

In der Trinkstube der Hortobágyer Csárda

In der Trinkstube der Hortobágyer Csárda, 1910

 

Die Hortobágyer Neunbogenbrücke ist uralt; und könnten die klotzigen Steinblöcke am Ein- und Ausgange des gemauerten Geländers reden, so würden sie uns manch gruseliges, wildes und lustiges Stücklein aus fernen Tagen erzählen, aus jenen Zeiten, wo die Hortobágy noch einem Blumengarten glich, durch den die Fahrstraße von Budapest nach Debreczin führte, wo die nahe Csárda von den Liedern der Betyáren, vom Cymbal- und Geigenklang erfüllt war, der Wein in Strömen von den Tischen floss und bei dem Scheine flackernder Kienfackeln Räuber, Rossdiebe und arbeitsscheue Ackerknechte (Béres) sich mit ihren Dirnen im wilden Csárdás drehten, bis Pferdegetrappel von drüben über die Steppe her erklang, auf den Pfiff eines ausgeschickten Spähers die rauschende Musik verstummte, die Fackeln erloschen und Dirnen und Räuber lautlos wie Schatten in die Finsternis hinaushuschten… Schüsse blitzten auf, Drohrufe ertönten, und über verzweifelte blutige Einzelkämpfe zwischen Panduren, Huszaren und dem Raubgesindel der Steppe spannte sich das undurchdringliche Dunkel der Nacht… Morgens folgten die Wolfshunde einer breiten Blutspur, die von der Heide hinab ins Pflanzengewirr des Sumpfes führte… Dort in trüber Wasserlache fanden die Rinderhirten einen Panduren mit zerschlagenem Schädel…  Einer der berühmtesten Betyáren in der Großen Ungarischen Tiefebene (Nagyalföld) war Rózsa Sándor.

 

Der Betyár-Rózsa Sándor

Rózsa Sándor

 

Hortobagyer Csárda

Hortobagyer Csárda

 

Damals im XVIII. und XIX. Jahrhundert, als noch Rossdiebstahl zu den allergewöhnlichsten Verbrechen zählte, das Volk selbst die kühnen Betyáren (auch “Szegény legény” = “armer Bursche” genannt) schützte und ihre Taten (sie “verwüsteten” nur die Reichen, doch die Armen schonten sie stets) mit dem Nimbus des Heroischen umzog, ereigneten sich noch Szenen, wie sie uns der berühmte ungarische Dichter Joseph v. Eötvös in seinem farbenprächtigen Roman: “Der Dorfnotar” so meisterhaft schildert, und von denen ein deutscher Dichter, Max Geissler, singt:

 

“Der Nebel die dunkelnde Puszta streift;

Der Nordwind rauscht und die Spätnacht reift.

Sturmeilig durch Rohr und Heideried

Auf rasendem Rosse ein Csikós flieht.

Fernher, – wo der Wald aus dem Nebel bricht, -

Da schimmer´s, da flimmert´s, – das rettende Licht:

Die Csárda, verfallen und rauchgeschwärzt,

Wo der Betyár die Tochter der Puszta herzt,

Wo der Glutblick der Dirne dem Hirten winkt,

Wo der Feuerwein glührot im Becher blinkt,

Wo der Würfel rollt und der Zitherschlag

Jauchzt aus dem Schlummer den jungen Tag. -

Der Csikós durchjagt die Heide quer.

Er tritt in die Csárda – “Wer bist du? – “Woher?” -

Und dieser:

“Hei, einer von eurem Tross!

Stahlhart und sturmschnell so Reiter wie Ross;

Das Ross ist gestohlen, und der mir gedroht

Mit Strick und mit Galgen, – den schlug ich tot!” -

In der Csárda wilder Jubel dröhnt;

Der Feuerwein rinnt und die Geige tönt…

Der Sonnenschein springt von den Bergen her -

Ein Csikós minder; ein Räuber mehr!”

 

Die blutige Räuberromantik hat der Geist der Zeit verweht; die Csikósposten, welche im Verein mit Panduren und Huszáren die Steppen durchflogen, um Gut und Blut der Reisenden gegen die Betyáren zu schützen, sind aufgehoben. Panduren sind ursprünglich die bewaffneten Leibdiener der Edelleute in Kroatien und Slawonien gewesen. Aus diesen wurde eine wegen ihrer Raubsucht berüchtigte österreichische Freischar in den schlesischen Kriegen zusammengestellt. In Ungarn wurden sie auch als Polizeitruppen verwandt.

Die Panduren saßen auch oft im Schatten der langen, geräumigen Vorhalle der Csárda an einem Tischchen im eifrigsten Gespräch und vergaßen nicht, die Kehle fleißig anzufeuchten. Aus einer der geöffneten Türen der langen Zimmerflucht drang fröhlicher Gesang von Männerstimmen. Hier war die Schenkstube, in der die Csikósen und Rinderhirten und andere Hirten der Großen Ungarischen Tiefbene sich zu versammeln pflegten. Der Raum war düster, denn er wurde nur durch zwei kleine, stark vergitterte Fenster erhellt. Der Boden war ungedielt. Der Wirtstisch war eine mächtige eichene Bohle, die, vielfach geborsten und von Rissen durchsetzt, auf zwei starken, sich kreuzenden Pfosten ruhte. Die beiden Hälften der Länge nach durchsägten Baumstammes, die auf niedrigen Pfosten standen, zogen sich zu beiden Seiten als Bänke an diesem massiven, klotzigen Tische hin.

 

Es sind hier Kalk und Tünche

Längst abgestreift von der Wand.

Was noch zurückgeblieben,

Das ist verblasst, verschmiert,

Mit russgemalten Possen,

Und Bildern ausstaffiert.

 

Dicht neben diesem Raum befand sich die Küche. Wirtin und Schenkin hantierten am flackernden Herdfeuer mit Tiegel und Kelle. Ein hübscher Csikós schäkerte mit der Schenkin. Die Wirtin lachte; die Szene bot eine allerliebste Illustration zu dem Petöfi´schen Gedichte:

 

“Ich trat hinein zur Küchentür,

Nahm auf die Pfeife Feuer mir.

Das heißt; ich hätte die Kohle genommen,

Würd´ just mein Pfeiflein nicht haben geglommen.

Die Pfeife hat recht gut gebrannt,

Hab´ drum dahin auch den Schritt nicht gewandt;

Ich ging nur hin, – um´s zu gesteh´n, -

Weil ich dort ein hübsches Mädchen geseh´n.

Das hat da Feuer angesteckt,

Ha, wie die Flamme hat geleckt.

Doch erst gar ihrer Augen Paar,

Was da für eine Glut drin war!

Drum trat ich ein. Sie sah mich an,

Fast hätte sie mir´s angetan.

Entschlafen war der Pfeife Brand, -

Mein schlafend Herz in Flammen stand.”

 

Die Gäste der Csárda saßen vor der dampfenden Bratenschüssel und ließen die Gläser aneinander klingen, und Schenkin und Wirtin liefen, munter wie die Echsen, mit Wein- und Wasserkaraffen aus und ein, um den riesigen Durst der Csikósen zu tilgen, die nebenan bei voller Flasche und gewürztem Hirsebrei immer lauter wurden und in übermütiger Laune ein Liedchen nach dem anderen anstimmten.

 

“Ein Kind der Steppe wohn´ ich auf der Steppe,

Kein Haus hab´ ich mit Rauchfang, Dach und Treppe.

Nur eine Pferch, mir und dem Ross zum Stand,

Ich bin ein Csikós in dem Unterland!

Hab´ hier und dort ich etwas zu beschicken;

Werf´ ich mich auf des Rössleins bloßen Rücken.

Der Satteldruck ist beiden unbekannt.

Ich bin ein Csikós in dem Unterland!

Das Hemd, die Gatya sind weißem Linnen,

Nicht kauft´ ich sie, mein Liebchen tut sie spinnen,

Und morgen reicht schön Liebchen mir die Hand,

Csikósin wird sie in dem Unterland!”

 

Hirten in der Hortobágyer Csárda

Hirten in der Hortobágyer Csárda

 

So feiert der Ungar...

So feiert der Ungar…

 

Selbst Wirtin und Schenkin wurden von der allgemeinen Fröhlichkeit mit fortgerissen und sangen das Lied draußen in der Küche zum Gerassel der Tiegel und Töpfe. Und als das Lied zu Ende war, erhob ein grauköpfiger Gulyás (Rinderhirt) seine Stimme und stimmte ein anderes, allen wohlbekanntes an.

 

“Auf der Hortobágyer Puszta brauset der Wind,

Die Wanderung traurig der Schäfer beginnt.

Wo hat er die Herde? die hat er verhandelt.

Wo hat er den Frohsinn? der hat sich verwandelt.

Weswegen, he! gabst du die Herde ums Geld?

Ich brauche und will nichts mehr hier auf der Welt!

Dein Frohsinn, wo blieb er? du, Schäfer, gieb Kunde!

Er ging mit der Treue des Liebchens zu Grunde!

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Und wie in die Kadarcser Csárda er kam,

Da trank er tüchtig in seinem Gram.

Und wie er Flasche auf Flasche geleert,

Hat Liebe und Durst sich von ihm gekehrt.”

 

Kadarcser Csárda (Schenke)

Kadarcser Csárda (Schenke)

 

Mitten in den fröhlichen Gesang hinein klang plötzlich der Ruf der Schenkin: “Cigányok! … Cigányok!”… (“Zigeuner!… Zigeuner!”). Eine Zigeunerbande zog über die Steppe daher und näherte sich der Csárda. Die Männer trugen ein weites, hanfenes Hemd, das über die leinene Hose fiel. Die nackten Beine waren bis über die braunen Waden mit einer Bandage von bunten Tuchstreifen bekleidet. Die Füße schützten Sandalen, deren Lederriemen über den Knöcheln befestigt waren. Der Führer der Bande trug zudem noch einen blauen, mit reicher Wollstickerei verzierten Überrock. Eine zerlöcherte Pelzmütze vervollständigte den Anzug. Die Frauen und Mädchen, schlanke, kräftige Gestalten mit regelmäßigen Gesichtszügen, langem, wallendem, pechschwarzem Haar, blitzenden Augen und zierlichen Füßen, erschienen in ihrem phantastischen Schmuck äußerst malerisch. Das lange, buntgestreifte, fast bis an die Knöchel reichende, an Schlitz und Achselstücken buntmusterig gestickte Hemd war bei einigen der Mädchen mit einem kleinen, offenen Leibchen von greller Farbe bedeckt. Über die lange, gefranste Schürze fielen die Enden eines breiten, gestickten Gürtels bis auf die nackten Füße herab. Das Haupt der Frauen deckte ein Kopftuch, und das lockige, blauschwarze Haar der Mädchen zierte ein kleines scharlachrotes Häubchen mit mehreren Reihen blinkender Silbermünzen. Hier und dort war auch dieser beliebte Schmuck lose in den langen Flechten genestelt oder zierte in schwarzen Ketten den freien bronzefarbigen Hals und die Brust.

 

Zigeunerin-Gemälde von Georg Vastagh, Holzstich 1889

Zigeunerin-Gemälde von Georg Vastagh, Holzstich 1889

 

Die Panduren prüften aufmerksam die Legitimationen und mussten sie wohl in bester Ordnung gefunden haben, denn die Fiedeln begannen plötzlich laut zu schwirren und zwei Dudelsäcke eine eintönige Melodie zu pfeifen. Dann sprangen zwei hübsche Mädchen aus dem Kreis der Frauen hervor und führten nach dem Takte der rauschenden Musik einen Reigen auf, so graziös und anmutig, wie ein hübsches Zigeunerkind nur tanzen kann. Immer schneller zogen die Fiedler den Bogen, immer leidenschaftlicher wurde die Musik, immer wilder der Tanz der schmiegsamen Gestalten, – und als plötzlich der Csárdás abbrach und die Mädchen erschöpft inne hielten, fiel ein Regen von Kupfermünzen in die roten Häubchen der Tänzerinnen.

 

Ein Alltag in der ungarischen Csárda

 

Die Csárden im ungarischen Tieflande ähnelten sich nach Anlage und Bauart, wie ein Ei dem anderen. Sie bildeten einen weitläufigen, massiven Steinbau mit Ziegeldach, großen Essen und einer gemauerten Vorhalle. Rechts oder links in einiger Entfernung vom Wohngebäude stand ein mächtiger massiver Viehstall mit hohem Giebeltor. Hinter der Csárda lagen einige kleinere Schuppen und Ställe. Der Garten war gewöhnlich nicht eingezäunt, sondern verlor sich in Kartoffel- und Krautäckern und mehr oder weniger ausgebreiteten Weizen- und Maisfeldern. Die Räume der Csárda waren klein, einfach weiß getüncht, und hielten sich wegen der Dicke der Wände in heißen Sommertagen beständig kühl. Es war daher den Wandernden und Reisenden nicht zu verdenken, wenn sie nach langer Wanderung oder Fahrt bei erdrückender Hitze von oft 30-33 ° Réaumur (d. h. 37,5 – 41,25 °C) in das kühle, dämmerige Bereich der einsamen Csárda flüchten und den Pferden im Schatten der dickstämmigen Akazienbäume, vor der Halle der Csárda, stundenlange Rast gönnen.

 

Vor einer ungarischen Csárda

Vor einer ungarischen Csárda

 

Hortobágy-Ungarn

Hortobágy-Ungarn

 

Die größeren Csárden besaßen zur Beherbergung ihrer Gäste wenigstens zwei Zimmer, eines für Hirten und Knechte, ein anderes für die “Herren”. Das Hirten- und Knechtezimmer war ein ungedielter, schmuckloser, öder Raum mit einigen rohgezimmerten Tischen und Bänken und einem seitlichen Lattenverschlag, hinter dem der Wirt Bier- und Weinfässer kleineren Kalibers und Krüge und Flaschen verwahrte. Größere Quantitäten Wein lagerten im Keller, der sich unter der Csárda hinzieht. Das “Herrenstüblein” der Csárda war gedielt und gewöhnlich durch eine Tür und Portièren vom Vorraume abgeschlossen. Die Fenster waren mit Jalousien versehen. Bilder und Spiegel hingen an den Wänden, und das beste Meublement und der beste Zierat des Hauses fand hier seine Heimstatt.

 

Gastzimmer in der Csárda

Gastzimmer in einer Csárda

 

In einer Csárda saß man nie allein. Gäste fanden sich immer dort. Die von den Strapazen des Tages ermüdeten Feldarbeiter, oft auch Feldarbeiterinnen, Ackerknechte und Aufseher gönnten sich in der Schenke eine kurze Ruhepause. Rosshirten (Csikósen), Rinderhirten (Gulyásen), Schafhirten (Juhászen), seltener auch Schweinehirten (Kanászen), Hausierer, Landboten und anderes “fahrendes Volk” gesellte sich zu ihnen und füllte den kleinen Raum des gewöhnlichen Schankzimmers. Man rauchte, trank, plauderte, sang, und die Wogen der Fröhlichkeit begannen höher und höher zu gehen. An der Küche nebenan, wo auf dem breiten Herde das Feuer flackerte und sein wirrer Schein lange Reihen blitzender Zinn- und Porzellanteller, Töpfe, Krüge und Schüsseln mit hüpfenden blitzenden Lichtern überstreute, drang der Duft von gebratenen Hühnern. Sie waren für die Herren der Pusztenwirte und Wirtschafts-Inspektoren der nahen Puszten und Tanyen (Tanya = Bauerngehöft) bestimmt, die es sich im kühlen “Herrenstübchen” bequem machten.

 

In einem ungarischen Wirtshaus-Csárda im Alföld-Holzstich 1886

In einem ungarischen Wirtshaus / Csárda im Alföld, Holzstich 1886

 

Auch die Csárda “Látókép” an der Debrecener Straße hatte früher viel Besuch. Fuhr man z. B. nach Debrecen zu einer Hochzeit und befand sich bereits in der nötigen Feststimmung, dann kehrte man in diese Csárda ein. Junge Dirnen in der kleidsamen, bunten Tracht der ungarischen Landmädchen, kraus- und langhaarige Burschen mit braunen Gesichtern, braunen Armen und blitzenden Augen, verließen Arm in Arm die Tische in der Vorhalle der Csárda, wenn Fiedel, Flöte und Cymbal wach wurden. Die Paare wirbelten im Csárdás über den freien Platz vor der Schenke.

 

In einer Csárda

In einer Csárda, Holzstich

 

Der Csárdás-Tanz ist keine Kette von gleichmäßigen Bewegungsmomenten, sondern ein freies choreographisches Kunstwerk, das augenblickliche Stimmung und Gemütsaffekte diktieren. Der ungarische Tanz ist die verkörperte Poesie. Keine Feder ist im Stande, dieses Tanzgebilde zu fixieren und zu schildern. Dieses leichte graziöse Hüpfen und Schwenken, dieses Spiel der Arme und Füße, dieses beredte Mienenspiel, das jeden Ausdruck der Musik begleitet, dieses Wenden und Springen, Beugen… alles seelisch durchzittert und belebt, jetzt anmutig und liebreizend, dann wieder leidenschaftlich, dämonisch und von zauberischer, hinreißender Gewalt, bis das Spiel der Arme und Füße unter der Macht leidenschaftlicher Musik in wilde konvulsivische Bewegungen übergeht, die ein schriller Aufschrei der Instrumente mit einem Schlage endet.

 

Csárdás-Ungarn-Holzstich 1866

Csárdás-Tanz in Ungarn, Holzstich 1866

 

“Das ist der Csárdás!

Wie edel sein Feuer!

Was ist der Csárdás?

Getanzter Tokayer!”

(hier wird der Tokajer-Wein gemeint)

 

Der Csárdás, die Krone der Tänze, ist der lebendigste Ausdruck des seelischen Empfindens, daher ist kein Csárdás dem andern gleich. Um aber die Musik so intensiv zu empfinden, wie es der Csárdás fordert, muss man ein Ungarherz und ein Ungargemüt besitzen, und um dies seelische Empfinden auch recht zum Ausdruck bringen zu können, bedarf es dann immer noch einer großen Kleinigkeit: – Ungarblut!…

 

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